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Andere Lebensveränderungen

Manche Veränderungen im Leben haben wir über Jahre hin deutlich vor Augen und blicken ihnen mit freudigen, ängstlichen oder auch gemischten Gefühlen entgegen. Gerade im Feld von Ausbildung und Beruf sehen wir uns immer wieder neuen Herausforderungen bzw. Neuanfängen gegenüber gestellt. Auch wenn schließlich der Abschied vom beruflichen Feld naht, winken zwar neue Freiheiten doch auch ein Vakuum, das erst sinnvoll gefüllt werden möchte. Oftmals schrumpfen mit dem Eintritt ins „Rentnerdasein“ – zumindest in der „westlichen“ Gesellschaft - äußerer Status und sozialer Halt. Für viele Menschen ist das eine destabilisierende Erfahrung. Zugleich jedoch birgt die Phase der „Lebensernte“ im Alter das Potential, die eigenen Aktivitäten selbst auszuwählen und dabei tiefer nachzuspüren - und somit auch sich selbst so nahe zu kommen wie noch nie.

In gewisser Weise sind auch Lebenskrisen damit vergleichbar – ob durch Burn-out, Trennung, Krankheit, Unfall oder andere leidvolle Erfahrungen verursacht. Dabei stehen Menschen vor großen Schwierigkeiten und Hürden, um auch nur einen Alltag gut zu meistern. Sie sind gefährdet, sich „in den Augen der Gesellschaft“ als weniger „wert“ wahrzunehmen - ein Nährboden für Gefühle der Trauer und Hoffnungslosigkeit.

Und doch bergen gerade Krisen die bekannte große Chance... Diese wird wohl niemandem „geschenkt“, obwohl sie sich letztendlich als großes Geschenk erweisen kann. Wenn Kraft und Bestätigung kaum mehr aus äußeren Quellen bezogen werden können, bleibt nur eine Innerlichkeit. Diese kann - gerade durch bewusst durchwanderte Krisen - zum größten Rückhalt werden, um das eigene Leben fortan in einem noch tieferen Zusammenklang mit dem eigenen Wesen zu gestalten.

Diesen inneren Wachstums-Weg beschreitet ein Mensch für sich allein. Doch andere Menschen können dabei unterstützen. Auch wir mit feierlich-t möchten hier unseren Beitrag einbringen.

Erläuterung zum Foto:

Im Bild oben liegen gefallene Blätter - Boten einer Vergangenheit, die unverrückbar hinter uns liegt. Darunter sehen wir steinigen Boden: einen kahlen Felsen. Er steht für eine Zeit der Starre und Härte, die uns „austrocknen“ lässt. Beginnt eine konstruktive innere Auseinandersetzung, zieht allmählich Moos über den harten Stein. Spuren des Vergangenen liegen darauf verteilt – in kleinen Stücken und Portionen. Sie laden ein, sie genauer zu betrachten und dabei tiefer in den Spiegel zu blicken. Findet dieses Betrachten auf „grünem, feuchtem Moos“ statt – also in einer verständnisvoll mitfühlenden Atmosphäre – kann es uns einen Weg führen hin zu neu verwurzelter, innerer Stärke. So kann das Weiter-Leben „trotz allem“ gelingen und – einem sprudelnden Bach gleich – in neuen, lebendigen Fluss kommen.