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Gedenken

Den Abschied von einem nahen Menschen zu verarbeiten ist ein Prozess, der Zeit braucht und in verschiedenen Phasen durchlebt wird. Vieles wird, wenn ein neuer Alltag einkehrt, als klaffende Lücke schmerzlich bewusst. In das Gefühl des Vermissens mischen sich immer wieder zentrale Erinnerungen an das gemeinsam Erlebte. Nicht alles davon wird als erbauliche Erfahrung empfunden. Manches löst auch nachträglich noch Bedauern aus oder auch Bitterkeit. Die Gefühle tauchen in Wellen auf, und sie können sogar widersprüchlich sein. Auf jeden Fall laden sie dazu ein, in sich selbst so manches zu betrachten, vielleicht auch noch im Nachhinein auszusprechen. Das Ziel dieser natürlichen Auseinandersetzung ist intuitiv erahnbar: innerer Frieden, der folgt, wenn wir die schmerzlichen Anteile verarbeitet, das heißt besser verstanden und vielleicht sogar verziehen haben. Denn dann kann das, was zwei Menschen in der Tiefe verbunden hat - selbst wenn es an der Oberfläche auch immer wieder Wellengang gegeben haben mag – als das Wesentliche der gemeinsamen Erfahrung weiter getragen werden. An diesen Punkt angelangt wird das Ehren des Andenkens an einen Menschen zu einem wärmenden inneren Kraftfeld, das uns im weiteren Leben still den Rücken stärkt.

Es ist unser Anliegen, mit dem Vorbereiten und Öffnen eines feierlich-t-en Raums zum Anlass des Gedenkens an einen verstorbenen geliebten Menschen - im Kreis naher Menschen und jenseits der Erfordernisse des Alltagslebens - dem eigenen und gemeinsamen sich-Erinnern Raum zu geben. Es mag bei dem oben geschilderten Prozess begleiten und unterstützen.

 

In Bälde:  Hörbeispiel  "Andenken"

Erläuterung zum Foto:

Der Bildausschnitt zeigt einen Baumstamm, pelzig mit Moos bewachsen und von einer Seite hell beleuchtet. Schatten und Licht greifen ineinander: Gerade wenn sich Menschen sehr nahe stehen, sind sie auch verletzbarer, weil sie sich nicht gleichgültig sind. Der Stamm und die von ihm ausgehenden Äste können als Metapher für geteilte Wegstrecken und Lebensthemen gesehen werden. Manches davon mag im leichteren oder auch tieferen Schatten liegen, doch je weiter das Verständnis reicht, desto mehr kann – wie im Bild - die warm glühende Spur in Erscheinung bzw. ins Bewusstsein treten: die Erinnerungen an die besten gemeinsamen Momente, die eine echte Verbundenheit erspüren lassen oder auch als Inspiration dienen. Dankbarkeit wird dann zum bereichernden und stärkenden Grundgefühl, symbolisiert vom Hintergrund des Bildes – golden, kupfrig und das Herz erwärmend.